Châteauneuf-du-Pape „Le Laquais“: Mein Wein und Alles

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2011 Weinlakai Châteauneuf-du-Pape „Le Laquais“ (Rotwein, Châteauneuf-du-Pape, Frankreich)

Wer den Tag 5 der Dienstreise #1 verfolgt hat, weiß es schon: Während meines Besuches hatte ich das Privileg, mit dem renommierten und Parker-gekrönten Önologen Xavier Vignon einen eigenen Châteauneuf-du-Pape zu verschneiden. Diese Kompositionen sind eine Kunst für sich: Nicht nur im Châteauneuf sondern romemuch im Bordeaux und vielen anderen Weinregionen der Welt ist man davon überzeugt, dass erst das Zusammenspiel mehrerer Rebsorten einen Wein wirklich groß werden lässt. So spricht man im Französischen vom „Vermählen“ der Weine – der Cuvée – und nicht vom abwertend klingenden „Verschneiden“. Durch Xaviers Hilfestellungen und da ich in Sachen Châteauneuf-du-Pape nicht ganz unerfahren bin, gelang es einen Wein zu produzieren, der Vergleiche zu Spitzenweinen dieser Prestige-Appellation standhalten kann. Dieses Ergebnis erfüllt mich mit Stolz und nun freue ich mich ganz besonders den Wein meinen Lesern für eine Reservierung anbieten zu können. Und das zu einem speziellen Vorzugspreis (Code beachten!). Ich bin mir dennoch bewusst, dass der „Le Laquais“ auf den ersten Blick nicht gerade preiswert erscheint. Dennoch verspreche ich, dass er hinsichtlich seines Preis-/Genussverhältnisses eine echte Weinlakai-Empfehlung ist. Aber lesen Sie selbst:

 

Flasche_Laquais
Es war schon eine ganz besondere Situation: Da saßen nun der Weinlakai und sein Adlatus in einem riesigen, kühl temperierten Weinkeller. Vor uns über 20 Flaschen hervorragenden, reinsortigen Weins, den es nun zu einem Châteauneuf-du-Pape zu vermählen galt, der seinem Namen nicht nur gerecht wird, sondern ihm auch alle Ehre macht.

Diese einzelnen Weine, man könnte sie auch als Grundweine bezeichnen, wurden blind verkostet, um sich ganz bewusst nicht von den Details der Weine  beeinflussen zu lassen. Der erste Tipp von Xavier Vignon zur anstehenden Verkostung folgte sofort: „Halte Dich nicht zu lange mit einem Wein auf. Wir verkosten die einzelnen Weine ganz bewusst in einem recht zügigen Tempo und ich möchte, dass Du Dir nur spontane Gedanken und Assoziationen zu den Weinen notierst“.

Diese Ansage jagte mir zunächst etwas Angst ein, da ich mich normalerweise sehr lange mit einem Wein auseinandersetze. So war ich mir unsicher, ob ich in diesem Eiltempo ein echtes Urteil über die Weine fällen könne.

Doch was geschah, war faszinierend und lehrreich zugleich: Dieser Schnelldurchlauf sorgte für eine extreme Fokussierung. So gelang es mir, jedem Wein ganz klare Botschaften zu entnehmen. Meine Notizen halten Eindrücke fest wie „zu viel Säure, zu wenig Frucht und etwas seifig anmutend“ oder auch „wunderbare Aromenkomplexität, beste Frucht bisher, Kirschen, Veilchen, geiles Zeug“.

Geiles Zeug
Aber nicht nur verfasste ich diese Kurzbeschreibungen. Vielmehr wusste ich nach der Probe sofort, welchen Wein ich mir als dominierenden Teil meines Châteauneuf wünsche sowie welche anderen Komponenten mir als begleitende Elemente wichtig sind.

So beeindruckte mich der als Probe „C6“ bezeichnete Wein durch seine unwiderstehliche Frucht und seine feine Struktur. Nach der Verkostung aller Proben stand fest, dass ich diesen Wein zur dominierenden Grundnote meiner Cuvée machen wollte. Ich hatte bereits damit gerechnet, dass es sich um einen Grenache handeln würde. Dies bestätigte Xavier denn auch schmunzelnd. So bestimmte diese Wahl, quasi durch Zufall, dass ich mich für einen sehr klassischen, nämlich Grenache-dominierten Châteauneuf-Stil entschied.

Bei anderen Weinen notierte ich nur „beste Struktur bisher, aber wenig Aroma“ oder „gewaltige Tannine mit ansprechender Frucht“. Mit diesem Typus von Wein balancierten wir die Cuvée schrittweise aus. Immer wieder probierte Xavier neue Mischungsverhältnisse in seinem Glaszylinder aus und ließ mich nachverkosten. Mal war die ein oder andere Komponente noch zu dominant oder eben noch nicht ausreichend spürbar, so dass dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nahm. Irgendwann befand sich dann aber ein Wein in meinem Glas, den ich nicht hätte besser machen können. Und genau darum ging es!

So besteht der finale „Le Laquais“ nun aus den ganz traditionell für Châteauneuf verwendeten Rebsorten Grenache (55%), Syrah (25% ) und Mourvèdre (10%). Den Feinschliff erhält die Cuvée durch zehn Prozent einer eigenen Mischung aus den seltenen Rebsorten Counoise, Terret Vaccarese und Muscardin ergänzt.

Der Grenache und Syrah wurden wegen des guten Sauerstoffaustausches in kleinen Betontanks ausgebaut. Der Mourvèdre in großen Eichenfässern (demi-muids). Der Syrah wurde im Anschluss zwölf Monate in französischer Eiche gereift.

Nur das Ergebnis zählt
Entstanden ist ein Wein, der durch seine tolle, typisch kirschbetonte Grenache-Aromatik beeindruckt und mit Noten von Cassis und weißem Pfeffer den Syrah erahnen lässt. Im Übrigen stammen diese zwei Aromen auch von zwei verschiedenen Syrah-Weinen, die diese Fruchtstilistik jeweils wunderbar repräsentierten. Man könnte auch sagen Probe „C11“ und Probe „C7“.

Die Trauben für den „Le Laquais“ stammen aus mehr als 40 verschiedenen Parzellen, die wiederum drei unterschiedlichen Bodentypen der Appellation Châteauneuf-du-Pape repräsentieren: „Galets Roulés“ (die dicken Kiesel), Sand und „Urgonians“ (harte, weiße Tonerde).

Es werden lediglich Trauben von Rebstöcken, die mindestens 50 Jahre alt sind, verwendet. Der größte Anteil stammt aber von 80- bis über 100-jährigen Reben. Dieses Alter steht für extrem geringe Erträge und hohe Qualität, da die Rebstöcke sehr tief in den besonders nährstoffreichen Boden wurzeln und das zu Tage Beförderte nur unter sehr wenigen Trauben aufteilen müssen.

Wenig überraschend wurde der Wein nach allen Regeln der Kunst vinifiziert: Nach der Handlese folgte nochmals eine händische Selektion auf dem „Rütteltisch“. Anschließend wurden die Trauben komplett entrappt, also von den Stielen getrennt. Dafür war die Mazerationszeit aber sehr lang, damit der Most über den  Schalenkontakt die Aromaintensität des Weines maximiert. Der darauf folgende Gärprozess wurde ausschließlich mit indigener, also im Weinberg natürlich vorkommender Hefe gestartet. Und es wurde zu guter Letzt nur eine minimale Menge von Sulfur eingesetzt, um den Wein haltbar zu machen (bei der Flaschen-Abfüllung).

Auch der Adlatus ist mit dem Ergebnis dieser „Vermählung“ sehr zufrieden und vor allem hatte Xavier Vignon abschließend noch sehr schmeichelnde Worte für mich: „Du hast Dir sehr treffsicher die hochwertigsten Weine ausgesucht. Der Wein ist aus meiner Sicht mehr als gelungen“.

Reservierung ab jetzt möglich
Neben der Einflussnahme auf den Wein als solchen, hatte ich ebenfalls – im wahrsten Sinne des Wortes – Gestaltungsspielraum bei der Etikettierung des Weines und auch bei der Namensgebung.

Nicht ganz frei von Eitelkeit fiel nach einiger Zeit die Namenswahl auf das französische Wort für den Lakai: Le Laquais. Nicht nur stellt dieser Name den Bezug zu meiner Person und dem Weinlakai-Blog her, sondern die Bezeichnung schafft auch Raum für eine Art Seriencharakter. Denn die Dienstreise #1 wird ja definitiv nicht die letzte bleiben.

Sie haben nun die Möglichkeit, den Wein bereits bei dem „Dienstreise-Händler“ Vipino zu subskribieren bzw. zu reservieren, denn die Auslieferung erfolgt erst im September.

Allerdings habe ich den Händler gebeten, dass meine Leser zunächst den Wein nicht bezahlen müssen, sondern nur eine Reservierung aussprechen können. Das heißt konkret: Der Händler kontaktiert vor der Auslieferung nochmals alle Leser mit Reservierungen, um zu überprüfen, ob noch Interesse an dem Wein besteht. Und auch erst dann wird eine Zahlung fällig.

Der „Le Laquais“ ist ganz bewusst nur in einer limitierten Stückzahl von etwas über 500 Flaschen erhältlich. So erhält man mit dem Wein nicht nur ein richtig gutes Tröpfchen, sondern auch ein echtes Sammlerstück.

2011 Weinlakai Châteauneuf-du-Pape „Le Laquais“ (Rotwein, Châteauneuf-du-Pape, Frankreich)

Auge: Tiefes Rubinrot mit purpurfarbenen Reflexen.

Nase: Kirschen, Himbeeren, schwarze Früchte, allen voran Cassis und Gewürze. Insbesondere weißer Pfeffer, Lakritz, provenzalische Kräuter und Anklänge von weißen Blumen. Durch eine leichte Rauchnote wird der Ausbau im Holz subtil bemerkbar.

Gaumen: Eine wundervolle Reinheit und Mineralität am Gaumen, die durch rote und schwarze Beerenaromen umrahmt wird. Im Abgang wieder Lakritz, schwarze Früchte und zarte Gewürzanklänge. Die Tannine wirken zu keinem Zeitpunkt aufdringlich und die gute Säure sorgt für einen sehr zurückhaltenden Eindruck des Alkohols. Sehr langer, aber zu jeder Zeit elegant wirkender Nachhall.

Sonstiges: Besteht aus 55% Grenache, 25% Syrah, 10% Mourvèdre und 10% Verschnitt aus Counoise, Terret Vaccarese und Muscardin. Enthält 14,5% Alkohol. Bei 16-17 Grad Celsius servieren. Jetzt, aber besser in ein bis zwei Jahren und bis mindestens 2022 zu genießen. Unbedingt dekantieren!

Meine Einkaufsempfehlung:
Vipino

39,95 EUR/Fl.

Kaufbutton_web_reserv

 

 

Fotogalerie (zum Vergrößern daraufklicken):

Stand: 30.06.2015

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