Die „Nr. 2 des Jahres“ verschönert das Weihnachtsfest!

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2010 Château de St. Cosme Gigondas (Rotwein, Gigondas, Frankreich)

Langsam aber sicher wird es Zeit, sich mit einem Weihnachtswein einzudecken. Daher war ich wieder einmal auf der Suche nach etwas Besonderem für die Festtage. Die heutige Empfehlung ist laut „Top 100“ des Wine Spectator der zweitbeste Wein des Jahres 2012 (Parker ist sowieso begeistert: 94 Punkte) und der WeinWisser vergibt 17 Punkte (01/2012). Gründe genug, um ihn in den Fokus des Weinlakai zu rücken. So schaute, roch und schmeckte ich mir den Wein etwas genauer an. Und wahrlich: Die vorweihnachtliche Stimmung wird durch den Gigondas aus dem Superjahrgang 2010 aufs Trefflichste gehoben. Aus meiner Sicht sind die Weihnachtseinkäufe mit Anschaffung einiger dieser Flaschen quasi erledigt. Apropos Weihnachtseinkäufe: Der Weinlakai hat noch eine Einkaufsquelle aufgetan, die den Preis des Weines – trotz der guten Bewertungen – noch nicht nach oben korrigiert hat. Günstiger ist der Wein nicht zu finden. Allerdings rate ich allen Lesern, nicht zu lange über den Kauf nachzudenken. Es sind nicht mehr allzuviele Flaschen verfügbar.

 

Es ist kein Geheimnis, dass 2010 ein besonders gutes Jahr an der südlichen Rhône war. Und dass ein gut gemachter Gigondas so manchen, deutlich teureren, Châteauneuf-du-Pape in die Tasche stecken kann ist ebenfalls nichts Neues. Heutiger Wein vom Château de St. Cosme unterstreicht diese Einschätzungen eindrucksvoll und ist daher zurecht die Weinlakai Weihnachtsempfehlung 2012.

Der Gigondas stammt aus Trauben von durchschnittlich 60 Jahre alten Rebstöcken. Diese stehen auf einem Land, das sich schon seit 1490 im Familienbesitz des aktuellen Besitzers von St. Cosme, Louis Barruol, befindet. Damit führt er den mittlerweile Bio-zertifizierten Betrieb bereits in der vierzehnten Generation (!).

Der Wein ist ein für die Gegend klassicher Verschnitt aus Grenache, Syrah und Mourvèdre, und die Positiveigenschaften des Jahrgangs 2010 heben die Qualität des St. Cosme „Einstiegsweines“ auf ein bisher nicht dagewesenens Niveau. So entstand ein Wein, der für vergleichsweise wenig Geld ein Format auf Spitzenniveau bietet.

Die typische Garrigue-Aromatik und die an Konfitüre erinnernde Frucht werden durch eine exzellente Säure bzw. Frische begleitet. Sie ist aus meiner Sicht der Schlüssel für die Güte der heutigen Empfehlung und wahrscheinlich des Jahrgangs 2010 an der südlichen Rhône überhaupt.

Diese Frische macht den Wein weder so rustikal noch so „marmeladig“ wie manche Exemplare der Gegend sein können. Die Tannine sind zwar fest, aber gut integriert und der Körper zeigt sich, trotz aller Feinheit, kraftvoll im Abgang. In der Tat ein Stoff aus dem große Weine gemacht sind.

Das daraus resultierende Gesamtpaket beschert ihm zudem ein langes Leben. Aus meiner Sicht wird der Wein auch noch in 20 Jahren Spaß bzw. noch mehr Spaß machen. So können Sie völlig unbekümmert auch ein paar mehr Flaschen in den Einkaufswagen klicken.

Und obwohl ich nicht absichtlich danach gesucht habe, ist der Gigondas von St. Cosme auch deshalb eine passende Weihnachtsempfehlung, weil er aromatisch in die Duftwelt der Feiertage passt. Insbesondere direkt nach dem Öffnen springen Gewürzaromen aus dem Glas, die an selbst gemachten Pfefferkuchen erinnern. Dazu passt einfach Kerzenschein und Glockengeläut.

Und noch etwas: Dekantieren Sie den Wein zunächst lieber nicht. Er präsentierte sich in der Nase direkt nach dem Öffnen deutlich zugänglicher als eine Stunde später. Daher tasten Sie sich besser langsam heran und beobachten Sie, wie sich der Wein nach dem Entkorken entwickelt.

Ach ja, Nummer 1 der Top 100 des Wine Spectator wurde übrigens der kalifornische Bordeaux-Verschnitt „Relentless“ von Shafer aus 2008. Zwar sicher ein guter Wein, doch hierzulande so gut wie nicht erhältlich. Lediglich via eBay gibt es eine Chance, und hier wechselte der Wein unlängst für über 75,- EUR/Fl. die Besitzer. Für einen Wein, der in den USA 60 Dollar kostet, einfach zu viel.

2010 Château de St. Cosme Gigondas (Rotwein, Gigondas, Frankreich)

Auge: Dunkles Rubinrot.

Nase: Gewürze, Menthol, aber auch Bitterorangen und rote Früchte, allen voran rote Johannisbeeren. 

Gaumen: Sehr fein, frisch und rein. Die Tannine sind noch jung, doch gut integriert. Orangen-, Lavendel- und Nelkennoten sowie eine ausgeprägte Mineralität im langen Abgang,

Sonstiges: Besteht aus 60% Grenache, 20% Syrah, 18% Mourvèdre und 2% Cinsault. Bis ca. 2030 zu trinken.

17,5 Punkte

Meine Einkaufsempfehlung:

Extraprima

21,50 EUR/Fl.

(5,95 EUR Versandkosten, ab 150 EUR frei)

AUSVERKAUFT

 

Schweiz:

Du Bon Vin

29,90 CHF/Fl.

(Bis 200,- CHF 15,- CHF Versandkosten, bis 350,- CHF 9,90 CHF ab 351 CHF frei)

AUSVERKAUFT

Stand: 17.12.2012

 

3 Kommentare

  1. Der Händler Extraprima ist völlig überlastet und unfähig. 12 Flaschen bestellt, 6 Flaschen zugesagt, geliefert werden höchstens 3, trotz telefonischer und schriftlicher Auftragsbestätigung. Zum Wein selber kann ich noch nichts sagen…

  2. Sehr geehrter Weinlakai,

    was für ein Wein – köstlich! Zu meckern gibt es immer etwas: vielleicht die noch zu alkoholische Nase und der eine Spur zu scharfe erste Eindruck auf der Zunge und im Gaumen; in absehbarer Zeit wird sich aber auch das abgeschliffen haben. Sonst ist das ein grandioser Wein. Komplex, d.h. für mich, dass ich ständig meine, den Weinn „verstanden“ zu haben, und dann zeigt er sich doch von einen anderen Seite. Zunächst dominieren die würzigen Akzente, sogar Bitternoten, dann kommt nach und nach markant das Fruchtaroma durch, vor allem rote Beeren und Pflaumen, verbunden mit „Frische“, d.h. den Taninnen entgegenwirkenden Anklängen von Fruchtsäure. Ein Genuss, der trinkanimierend ist, will sagen: „nicht satt macht“. Und dann noch der Nachhall: kaum enden wollend und – ohne Kanten – mit einem herrlichen Wechselspiel der Fruchteindrücke.

    Neulich diskutierten wir die Vorzüge der Weine der südl. Rhone – hier haben Sie ein Prachtexemplar empfohlen. Danke dafür!

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