Keine harte Entscheidung: Ein rarer Wein aus Beton!

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2013 Domaine des Maravilhas „Maestral“ (Rotwein, Laudun, Frankreich)

Regelmäßige Leser des Weinlakai wissen es wahrscheinlich schon: Weine, die mit einem zu starken (Neu-) Holzeindruck daherkommen, stoßen bei mir auf spontane Ablehnung. Die vanillig-schokoladige Aromatik kommt zwar bei vielen Weintrinkern gut an, doch überdeckt sie die eigentliche Charakteristik des Weines. Zudem täuscht die Zeit im Fass häufig über eine minderwertige Weinqualität hinweg. Und auch wenn bei gut gemachten Weinen der Holzausbau mehr als zuträglich sein kann, freue ich mich immer wieder über ganz holzfreie Exemplare. Mit dem „Maestral“ aus der südfranzösischen Appellation Laudun wurde dieses holzfreie Prinzip auf die Spitze getrieben – er wurde 18 Monate in Beton-Tanks ausgebaut. Im Gegensatz zu Edelstahl-Tanks ist Beton ein offenporiges Material, das Sauerstoffkontakt zulässt. Das macht den „Maestral“ zu einem sehr zugänglichen Wein. Er wurde rein biodynamisch aus streng selektionierten Trauben hergestellt und bietet in Kleinstauflage ein sagenhaftes Preis-/Genussverhältnis.

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MAESTRAL 2013

Die Domaine des Maravilhas liegt mit seinen Weingärten im Herzen der Côtes-du-Rhône – direkt gegenüber der prestigeträchtigen Appellation Châteauneuf-du-Pape. Bei Maravilhas entstehen Weine aus der Cru-Lage Lirac, aber auch aus der weniger bekannten Villages-Lage Laudun.

In Laudun erbringt die Lagerfeste „Camp de César“ den historischen Beleg dafür, dass die Rebflächen bereits zu Zeiten des Römischen Reichs angelegt wurden. Der Festungsplatz diente als Überwachungsposten der Armeen von Julius Cäsar und der Weinbau sorgte für das Wohlergehen der Soldaten, insbesondere der Befehlshaber.

Heutzutage umfasst Laudun 475 Hektar Rebfläche und wurde 1967 als „Côtes du Rhône Villages mit der Erlaubnis zur Anführung des Gemeindenamens“ deklariert. Die zweithöchste Klassifikationsstufe an der Côtes-du-Rhône überhaupt. Und offiziell dann wie folgt zu lesen: Côtes-du-Rhône Villages Laudun.

Erst im Jahr 2014 gründeten Jean-Frédéric und Morgane Bistagne die Domaine des Maravilhas. Das Ehepaar kaufte in diesem Zuge die bereits bestehenden Weingärten, die Ende der Sechziger-Jahre angelegt wurden und somit über ein qualitätsversprechendes Alter verfügen.

Aber nicht nur das: Die übernommene Rebfläche verfügte schon 1992 über eine Biozertifizierung und 2004 wurde der Übergang zur biodynamischen Führung des Weingutes abgeschlossen. Diese naturnahe Vorgehensweise, Überzeugung und Geisteshaltung wird nun auch von dem Ehepaar Bistagne mit aller Konsequenz weitergeführt.

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Kein Kahlschlag: Zwischen den Rebreihen dürfen einheimische Kräuter und Blumen wachsen. Eine der naturnahen Prinzipien des biodynamischen Weinbaus.

Die größtenteils fast 40 Jahre alten Reben wachsen auf durch Lehm und Kalk geprägte Böden, die durch ihren Sandanteil sehr gute Drainage-Eigenschaften aufweisen. Dies sorgt für ausreichend Frische in den Weinen, die durch die geringe Dichte des Bodens gleichzeitig nicht zu „überkonzentriert“ wirken.

Der biodynamische Ansatz sorgt auch dafür, dass in den Weinbergen keinerlei Pestizide oder chemische Düngemittel zum Einsatz kommen. Zudem richtet man sich bei der Arbeit im Weinberg und im Keller nach dem Verlauf des Mondes sowie Prinzipien, die mit der homöopathischen Behandlung durch Globuli zu vergleichen sind.

Manchen Menschen kommt das vielleicht wie „Hokuspokus“ vor, doch ist Jean-Frédéric von Maravilhas ein weiterer Winzer, der mir versicherte, dass diese Vorgehensweisen schlichtweg für eine bessere Weinqualität sorge. Und in der Tat: Dann kommt es auf die konkrete Wirkungsweise gar nicht mehr an. Das Ergebnis zählt.

Der Most des „Maestral“ wurde drei Wochen lang mit Schalenkontakt in Betontanks vergoren (Mazeration) und die alkoholische Gärung ließ man spontan durch natürlich vorkommende Hefen starten. Anschließend verbrachte der Wein weitere 18 Monate in Beton.

Wie bereits geschildert, sorgt dieses offenporige Material für einen minimalen Sauerstoffkontakt während des Weinausbaus. Dieser macht den Wein offener, fruchtexpressiver als beispielsweise beim Ausbau in Edelstahltanks. Zudem sind die Weine in der Regel schneller genießbar.

Bei einem Wein, wie dem Maestral, bedeutet dies aber nicht, dass er eine geringere Lebenserwartung hat. Da er über eine gute Struktur und ausreichend Körper verfügt, lässt er sich trotzdem ohne Weiteres mehrere Jahre in der Flasche lagern. Mehr noch: Der Maestral kommt in Bezug auf seine Tanninstruktur noch eher jugendlich daher und wird in den nächsten 2-3 Jahren sicher noch zulegen.

Es ist ein Wein, der die Rebsorten und die Bodenstruktur der Gegend auf herrlich unverfälschte Weise transportiert. Zudem verfügt er über einen Charakter, der sowohl Weinfreunde begeistern wird, die es fruchtbetont mögen als auch Weintrinker, die einen körperreichen Wein auch gerne als Essensbegleiter sehen.

Die Feiertage stehen praktisch schon vor der Tür und so ist die heutige Empfehlung aufgrund seiner Qualität und limitierten Verfügbarkeit bereits ein echter Geschenketipp – vor allem für diejenigen, die sich nicht in allerletzter Minute stressen lassen möchten.

2013 Domaine des Maravilhas „Maestral“ (Rotwein, Laudun, Frankreich)

Auge: Tiefes Violett mit rubinroten Reflexen.

Nase: Intensiver Duft von Veilchen, Lavendel und getrockneten Kräutern. Im Hintergrund aber auch auch dunkle Beeren und eine pfeffrige Note. Zudem nimmt man an der Nase bereits eine schöne Mineralität wahr, die an nasse Steine erinnert. 

Gaumen: Hier setzt sich der aromatische Eindruck fort, jedoch treten die schwarzfruchtigen Aromen stärker in den Vordergrund. Die Mineralität lässt den Wein sehr lebendig wirken und im langen Abgang werden die moderaten Tannine von einer wunderbar floralen Komponente umrahmt.

Sonstiges: Besteht aus 45% Grenache, 40% Cinsault und 15% Syrah. Enthält 14% Alkohol. Bis 2023 zu trinken – bei 16°-18° Celsius.

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Stand: 21.11.2016

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