Mosel 1.0 – Extrem. Puristisch. Trocken.

2016 Immich-Batterieberg C.A.I. Riesling trocken (Weißwein, Mosel, Deutschland)

Riesling von der Mosel löst bei manchen deutschen Weintrinkern spontanes Unbehagen aus. Immer noch herrschen durch Unwissenheit geprägte Vorurteile gegenüber diesen wunderbaren Weinen. Nicht allzu lange ist es her, dass mir mal wieder jemand berichtete, diese „Mosel-Weine seien doch immer zu süß oder zu sauer und zudem ein Garant für Kopfschmerzen“. Diese Sichtweise wundert vor allem wenn man bedenkt welchen Ruf Riesling – und insbesondere der von der Mosel – im Ausland genießt. Internationale Weinkenner sind sich einig, dass die Weine zu den besten Weißweinen der Welt zählen. Die heutige Empfehlung soll daher nicht nur einen fabelhaften, trockenen Riesling vorstellen, sondern auch mit Vorurteilen aufräumen. Der 2016 C.A.I. Kabinett trocken von Immich-Batterieberg ist ein Riesling von beeindruckender Ursprünglichkeit. Ihm wurden von internationalen Weinjournalisten 90 und mehr Punkte verliehen.

Lange bevor sich deutscher Riesling aufgrund von Massenproduktionen und allzu folkloristischem Umgang mit der Materie einen schlechten Ruf im eigenen Land einhandelte, galt insbesondere der Mosel-Riesling als einer der besten Weine der Welt. So wundert es nicht, dass vor dem Ersten Weltkrieg die Weinkarten der edelsten Häuser neben Weinen aus dem Bordeaux und dem Burgund auch Riesling-Weine von der Mosel aufführten.

Doch der Krieg warf Deutschland in seinem Verständnis und in seinen Möglichkeiten hinsichtlich eines genussvollen Lebenswandels jäh zurück. Glücklicherweise ist in den letzten 30 Jahren in punkto Weinqualität aus deutschen Landen viel Positives zu berichten. Nur so explizit hat sich das im eigenen Land noch nicht herumgesprochen.

So ist es wenig erstaunlich, dass Gernot Kollmann vom Weingut Immich-Batterieberg in Enkirch an der Mosel 80% seiner Gesamtproduktion ins Ausland verkauft. Wenn man sich mit der Philosophie des Weinguts etwas näher beschäftigt, ist diese zurückhaltende Binnennachfrage nicht nur verwunderlich, sondern erscheint auch geradezu als dumm: Gernot Kollmann erklärte mir bei einem Treffen vor einigen Wochen, dass der produzierte Riesling nicht nur von den besten Steillagen der Region mit der legendären Schieferprägung stammt, sondern auch bei der Weinbereitung großer Wert auf die Unverfälschtheit, die Ehrlichkeit der Weine gelegt wird.

Steiler geht’s kaum: bei Immich-Batterieberg in den Steilhängen

Weder werden die Weine mit Zucker versetzt („chaptalisiert“) noch werden sie entsäuert. Alles Maßnahmen, die theoretisch erlaubt wären. Kollmann geht es aber um den Transport des individuellen Terroir direkt in die Flaschen. Dies gelingt auf atemberaubend exzellente Art und Weise.

Das Weingut existiert bereits seit über 1.100 Jahren in Enkirch und befand sich wiederum über 500 Jahre im Besitz der Familie Immich. Den Zusatz „Batterieberg“ erhielt das Weingut erst in den 1840er-Jahren als Carl-August Immich den Hang einer besonders guten Lage mit Dynamit wegsprengte. Diese dann noch steilere, der Sonne besonders gut ausgesetzte Lage hieß fortan Batterieberg und wurde 1868 in die höchste Qualitätskategorie an der Mosel aufgenommen.

Auch wenn das Weingut mittlerweile die Besitzer gewechselt hat, wird die Historie nach wie vor als hohes Gut betrachtet. So ehrt die heutige Empfehlung, der C.A.I., den einstigen Pionier Carl-August Immich mit seinen Initialen.

Der Wein stammt aus Trauben verschiedener Steillagen rund um Enkirch, die alle vom typischen Schiefer geprägt sind. Hier stehen viele alte Reben, die noch wurzelecht sind, also von der in ganz Europa herrschenden Reblaus verschont geblieben sind.

Die Rebpflege und Ernte erfolgt, schon allein wegen der alpin anmutenden Steilhänge, komplett per Hand. Auch bei der Weinherstellung folgt der Önologe Kollmann einem besonders puristischen Vorgehen: So wurde der C.A.I. Kabinett trocken in neutralen Edelstahltanks spontan, also durch die natürlich vorkommenden Hefen, vergoren: Es wurden keinerlei Enzyme, Klärhilfen oder Stabilisatoren verwendet und auch nicht das traditionelle Eiklar, so dass der Wein als vegan deklariert werden kann.

Der außergewöhnliche Ansatz von Kollmann kommt auch beim Thema Alkoholgehalt zum tragen. So enthält der C.A.I. nur 10,5% Alkohol. Für einen trockenen Weißwein ist dies in heutiger Zeit wirklich selten zu finden.

In Kombination mit der lebendigen Säure sorgt dies für einen Wein, der unwahrscheinlich animierend wirkt, ja, der die Lebensgeister in einem erweckt. So ist er quasi der Gegenentwurf eines schweren Rotweines.

Durch seine schönen Apfel-, Pfirsich- und Zitrusaromen ist er auch in Sachen Frucht ein echter Genuss. Die typische, etwas rauchig anmutende Schiefermineralität macht unverkennbar deutlich woher dieser Wein stammt.

Parkers Wine Advocate formuliert es so: „Round and juicy on the palate, this is an elegant, ripe and well-structured Riesling with stimulating salinity and a long, mineral, fruity finish that is pure and salty but also attractively juicy“ und Vinous schreibt: „Once again, Kollmann has managed an amazing dry Riesling value – and not one you need be in any hurry to drink up“.

Obwohl es sich bei dem C.A.I. um den Einstiegswein handelt, hat er durchaus Alterungspotential. Das merkt man bereits jetzt, denn der Wein kann ordentlich Luft gebrauchen. Kurz nach dem Öffnen des Schraubverschlusses lassen sich noch etwas „stinkige“ Töne erriechen, die durch die spontane Vergärung zustande kommen („Sponti-Stinker“). Doch bereits nach wenigen Minuten verfliegen diese und weitere Zeit an der Luft lässt den Wein immer vielschichtiger und komplexer werden.

Für den von meinem Partner angebotenen Aktionspreis lässt sich der Wein sonst nirgends kaufen und die vorrätige Menge ist begrenzt. Wer also ein hervorragendes Beispiel eines trockenen Mosel-Riesling ergattern möchte, sollte schnell sein. Ihm oder ihr ist ein Weißwein sicher, der in Sachen Preis-Genussverhältnis kaum zu übertreffen ist.

2016 Immich-Batterieberg C.A.I. Riesling trocken (Weißwein, Mosel, Deutschland)



Auge
Sattes, leuchtendes Gelbgold.

Nase
Apfel, aber auch Pfirsich, Quitte und eine ordentliche Portion Zitrusfrüchte an der Nase. Untermalt von einer feinen Mineralität, die besonders rein die Schieferböden zum Ausdruck bringt und etwas rauchig und kräuterig daherkommt. Bereits der Geruch lässt in Erwartung von viel Frische die Speicheldrüsen aktiv werden.

Gaumen
Am Gaumen zunächst mit einem wilden, etwas stinkigen Eindruck, der durch die spontane Vergärung zustande kommt und nach einiger Zeit an der Luft verfliegt. Eine wunderbar animierende Säure und eine gewisse Salzigkeit sorgen für ein wunderbar reines und wenig anstrengendes Mundgefühl. Im Abgang wirkt die Säure lange nach und wirkt dabei belebend, aber nie „sauer“. Als Fruchtkomponente wirkt vor allem der Pfirsich aromatisch nach. Nur 10,5% Alkohol!!!

Sonstiges
Besteht aus 100% Riesling. Enthält 10,5% Alkohol. Bei 7 bis 10 Grad Celsius und bis 2025–2030 zu genießen.

 

Aktionspreis: 9,90 EUR pro Flasche
(bis 6 Fl. 5,30 EUR Versandkosten, ab 160 EUR frei Haus

Hier das 6er-Paket für 57,90 EUR bestellen (9,65 EUR/Fl.)

Auch wenn ich meine Weinempfehlungen unabhängig recherchiere und sorgfältig auswähle, bin ich nach E-Commerce-Richtlinie 2000/31/EG sowie Telemediengesetz (TMG) und dem Rundfunkstaatsvertrag (RStV) dazu verpflichtet anzugeben, dass es sich bei dem angegebenen Link um Werbung handelt.


WEINGUT FAKTEN

Ort /// Enkirch, Mosel, Deutschland

Anbaugebiet /// Mosel

Rebfläche /// 7,5 Hektar

Gründungsjahr /// 908 n. Chr.

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