Nagelprobe: Kleiner Produzent mit großem Wein!

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2016 Domaine Clavel Les Garrigues (Rotwein, Coteaux du Languedoc, Frankreich)

Wer den Weinlakai schon länger verfolgt weiß bereits, dass ich aufgrund des ausgezeichneten Preis-Genuss-Verhältnisses ein Faible für Weine aus dem südlichen Frankreich habe. Auch meine Affinität in Bezug auf die Rebsorte Syrah ist kein Geheimnis. Wenn diese „Zutaten“ dann geballt und in besonders guter Ausführung bei mir im Glas landen, ist mein Missionarsdrang geweckt. Pierre Clavel – okzitanisch bedeutet Clavel Nagel – kenne ich schon seit einiger Zeit und sein 2016er „Les Garrigues“ ist für mich einfach der Inbegriff eines Weintraums für „jeden Tag“. Dabei ist die Referenz im Namen „Garrigues“ mehr als passend: Der Name bezeichnet die Kräutersträuche, die in dieser Gegend so häufig anzutreffen sind: Lavendel, Thymian, Rosmarin etc. Der Wein trägt diese Würzigkeit in sehr feiner Ausprägung in sich. Dies in Kombination mit der großartigen Rotfrucht-Aromatik ist schlichtweg sensationell.

Pierre Clavel ist ein wahrer Selfmade-Winzer: Auch wenn sein Vater bereits diesem Beruf nachging, musste er sein Weingut 1986 praktisch ohne Land und finanzielle Mittel aus dem Boden stampfen. Dass ihm dies erfolgreich gelungen ist, beweisen die zahlreichen internationalen Auszeichnungen, die Clavel schon sehr schnell begann einzusammeln.

Er weist die Lorbeeren allerdings ganz bescheiden von sich und führt vor allem das besondere Terroir als Erfolgsfaktor an. So ist der Boden seiner Weinberge durch große Kieselsteine geprägt, die in ihrem Aussehen und den damit verbundenen Eigenschaften sehr an die prestigeträchtigen Weinlagen rund um Châteauneuf-du-Pape erinnern. Diese Bodenbeschaffenheit bildet im Languedoc eine absolute Ausnahme!

Pierre Clavel vertraut auf diese natürlichen Eigenschaften in besonderem Maße, so dass seine Weine bereits seit 2009 vollständig biozertifiziert sind. Sein Spitzen-Cuvée „Copa Santa“ wird sogar biodynamisch produziert und ist ein Wein, der von Kritikern auf eine Stufe mit den großen Syrah-Weinen der nördlichen Rhône gestellt wird.

Die heutige Empfehlung, der „Les Garrigues“, ist ein für die Gegend typisches Cuvée aus Syrah, Grenache und Carignan. Der Wein beweist eindrucksvoll, dass ein qualitätsbesessener Winzer wie Pierre Clavel praktisch nicht in der Lage ist einen nur durchschnittlichen Wein herzustellen – und das auch bei einem Preis deutlich unter 10 Euro pro Flasche.

Geld ist anscheinend sowieso nicht die Triebfeder von Pierre Clavel. Er betrachtet sich als Landwirt, der in seinem Winzerdasein vor allem eines sucht: persönliche Erfüllung. Hohe Punktebewertungen? Ein repräsentatives Weingut? Alles Dinge, die maßlos überbewertet werden findet Monsieur Clavel. Vielmehr möchte er seine weintrinkende Kundschaft glücklich sehen, sie mit seiner natürlichen Fröhlichkeit anstecken.

So wirkt sein auf jede Flasche aufgebrachtes Motto absolut glaubwürdig: 100% Cuvée, 100% Plaisir.

Pierre Clavel bei der Weinernte

Hier bin ich aber ganz ehrlich: Bei aller persönlichen Sympathie und dem Respekt gegenüber dem Konzept eines Weinguts, zählt für mich am Ende des Tages das Resultat im Glas. Insbesondere in Bezug auf das Preis-Genuss-Verhältnis. Das ist bei den Weinen der Domaine Clavel immer sehr gut, beim „Les Garrigues“ aber wirklich extraordinaire. Vor allem weil mein Handelspartner für meine Leser nochmals an der Preisschraube gedreht hat und so den Wein günstiger als irgendwo sonst in Deutschland anbietet.

Der „Les Garrigues“ ist ein Wein, der sich bestens solo trinken lässt, aber mit herzhafter, rotfleischiger Küche richtig in Fahrt kommt. Durch seine satte Struktur und die komplexe Aromatik sortiert man den Wein automatisch in eine andere Preiskategorie ein. 20 Euro würde man dem Wein nicht nur abnehmen, sondern ihn auch für völlig angemessen halten.

Ich kann nur raten: unbedingt ausprobieren! Die Sechserkiste bietet einen weiteren Preisvorteil und die Flaschen werden schneller leer sein als ursprünglich geplant – ich spreche aus Erfahrung!

2016 Domaine Clavel Les Garrigues (Rotwein, Coteaux du Languedoc, Frankreich)



Auge

Tiefdunkles Rubinrot.

Nase

Bereits an der Nase eine dichte Aromavielfalt, die vor allem durch Heidelbeeren, eingekochte Erdbeeren und Zimtpflaumen geprägt wird. Im Hintergrund auch etwas Marzipan und der Eindruck von sauren Himbeeren.

Gaumen

Am Gaumen dann extrem satt, fleischig mit einer ausgeprägten Umami-Note. Reichlich Kräuter- und Gewürznoten mischen sich bei und werden durch eine ausreichende Säure bestens gepuffert. Die Tannine sind noch deutlich präsent und der Alkoholeindruck empfiehlt eine Trinktemperatur unter 19 Grad. 

Sonstiges
Besteht aus 55% Syrah, 25% Carignan und 20% Grenache. Enthält 14% Alkohol. Bei 16 bis 18 Grad Celsius und bis 2022 zu genießen.

 

Paketangebot: 6 Flaschen für 53,- EUR (8,83 EUR/Fl.)
(bis 6 Fl. 5,30 EUR Versandkosten, ab 160 EUR frei Haus)

Hier kann man auch Einzelflaschen bestellen (8,90 EUR/Fl.)

 

Auch wenn ich meine Weinempfehlungen unabhängig recherchiere und sorgfältig auswähle, bin ich nach E-Commerce-Richtlinie 2000/31/EG sowie Telemediengesetz (TMG) und dem Rundfunkstaatsvertrag (RStV) dazu verpflichtet anzugeben, dass es sich bei dem angegebenen Link um Werbung handelt.


WEINGUT FAKTEN

Ort /// Assas, Languedoc, Frankreich

Anbaugebiet /// AOP Coteaux du Languedoc

Rebfläche /// 33 Hektar

Gründungsjahr /// 1986

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