„Impressive“: ein kleiner Châteauneuf für nicht einmal 7 Euro!

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2018 Domaine la Florane À Fleur de Pampre (Rotwein, Côtes-du-Rhône, Frankreich)

Wer sucht ihn nicht? Den Wein, der für das Gebotene viel zu wenig kostet und von dem kaum ein Weinfreund weiß. Genau einen solchen Geheimtipp möchte ich heute vorstellen. Nicht einmal 7 Euro pro Flasche kostet dieser Rotwein aus Visan in der versandkostenfreien 5+1-Aktion bei meinem Handelspartner. Dafür gibt es einen Wein, der in einer Blindverkostung locker in der 15+ Euro Kategorie mithalten könnte. Interessantes Detail: Der Wein ist nur eine Klassifikationsstufe unter einem Châteauneuf-du-Pape angesiedelt. Aber für diesen Preis? Sensationell! Aufs Zuhause sein verdonnert oder nicht, mit diesem Wein verbringt man gerne Zeit.

Das Klassifikationssystem an der Côtes du Rhône bereitet mir immer wieder Freude, so herrlich kompliziert ist es! Den Einstieg mache Weine, die einfach nur Herkunftsangabe Côtes du Rhône auf dem Etikett tragen. Dann geht es mit dem Côtes du Rhône Villages weiter, eine Art Ortswein, aber eben auch nicht wirklich: Erst die nächsthöhere Stufe kennzeichnet Villages-Weine „mit der Berechtigung den Ortsnamen zu führen“. Insgesamt nur 20 Orte haben in der 42.000 Hektar Rebfläche umfassenden Region dieses Recht. Aus genau einem solchen Ort stammt die heutige Empfehlung. Es ist offiziell also ein Visan Côtes du Rhône Villages AOP. Danach ist in der Klassifikation aber noch nicht Schluss: Die Spitze der Qualitätspyramide bilden die sogenannten Crus. Bekanntester Vertreter ist sicher der Châteauneuf-du-Pape. Aber auch Gigondas, Lirac, Tavel und 12 andere eigenständige AOPs gehören zu diesem erlauchten Kreis.

Bio und Biodynamie: Domaine la Florane

Visan liegt etwas 40 Kilometer nördlich von Carpentras im Département Vaucluse. Hier ist die Domaine la Florane von Winzer Adrien Fabres zuhause. Er ist Weinmacher mit Leidenschaft und konnte zuletzt stolz  berichten, dass seit dem 2018er Jahrgang nunmehr alle seine Weinberge bio-zertifiziert sind, einige davon schon seit 2017 mit Demeter-Prädikat als biodynamisch anerkannt.

Das Besondere an Adriens Rebflächen besteht in der Tatsache, dass die Trauben auf bis zu 300 Metern Höhe gedeihen. Für die Region eine Seltenheit. Der Vorteil dieser Höhenlage ist auch beim Fleur de Pampre sofort spürbar: Trotz seiner intensiven Frucht, die von viel Sonne erzählt, ist der Wein angenehm frisch, elegant und trinkanimierend. Nichts wirkt klebrig oder marmeladig.

Weinberge des Domaine la Florane

Dazu trägt zusätzlich bei, dass dieses Cuvée aus den klassischen Rhône-Rebsorten Grenache, Syrah, Cinsault und Carignan ganz ohne den Einsatz von Holz vinifiziert wurde. Edelstahltank und Zementbehälter sorgen für einen offenen und unverfälschten Charakter. Hier ist nichts Maskerade, sondern alles ungeschminkter Rotwein-Genuss.

Auch zu Gegrilltem: der À Fleur de Pampre

Und das auf erstaunlich hohem Niveau – insbesondere wenn man sich den Preis vor Augen hält. Der Wein bietet nämlich nicht nur eine bezaubernde Frucht, er besitzt auch eine überraschend muskulöse Struktur mit spürbaren Tanninen. Dadurch kann man ihn nicht nur solo trinken, auch als Essensbegleiter zu Gegrilltem weiß er zu überzeugen. Vorratshaltung ist außerdem angeraten, denn die Qualitätskurve des Weines wird in den nächsten fünf Jahren sicher nicht nach unten zeigen.

Ohnehin ist dieser Wein mal wieder ein Beweis dafür, dass die Region an der südlichen Rhône ein wahres Eldorado für Weine mit außergewöhnlich gutem Preis-Genuss-Verhältnis ist. Stammt er dann auch noch von einem Weingut, dem das Parker-Blatt Wine Advocate „an impressive range of wines“ attestiert, weiß man eine ganz besondere Entdeckung gemacht zu haben.

2018 Domaine la Florane À Fleur de Pampre (Rotwein, Côtes-du-Rhône, Frankreich)



Auge

Mittleres Kirschrot mit leuchtenden Reflexen.

Nase

Reife Kirschen und rote Johannisbeeren stehen im Vordergrund an der Nase. Mit mehr Luft treten die typischen Garrigue-Wildkräuter Aromen in den Vordergrund und der Fruchteindruck wird durch eingekochte Brombeeren etwas schwarzbeeriger.

Gaumen

Süßlich rundes Mundgefühl mit schönem, reifen Fruchtkern, der vor allem Kirschen präsentiert. Die gute Struktur zeigt sich auch durch einen dezenten Tannineindruck, der durch eine vitale Frische optimal abgefedert wirkt. Ein insgesamt sehr harmonisch und balanciert wirkendes Gesamtpaket.

Sonstiges
Besteht aus Grenache, Syrah, Cinsault und Carignan. Enthält 14% Alkohol. Bei 16 bis 18 Grad Celsius und bis 2024 zu genießen.

 

Hinweis: Aufgrund der großen Nachfrage ist der 2018er Jahrgang schon ausverkauft. Unter dem folgenden Link ist allerdings bereits der 2019er reservierbar!
Versandkostenfreies 5+1-Angebot:
6 Flaschen für 41,50 EUR  (6,92 EUR/Fl.)

Die Einzelflasche kostet 8,30 EUR

 

WEINGUT FAKTEN

Ort /// Visan, Côtes-du-Rhône, Frankreich

Anbaugebiet /// Visan Côtes-du-Rhône Villages AOP

Rebfläche /// 38 Hektar

 

Auch wenn ich meine Weinempfehlungen unabhängig recherchiere und sorgfältig auswähle, bin ich nach E-Commerce-Richtlinie 2000/31/EG sowie Telemediengesetz (TMG) und dem Rundfunkstaatsvertrag (RStV) dazu verpflichtet anzugeben, dass es sich bei dem angegebenen Link um Werbung handelt.

1 KOMMENTAR

  1. Ein phantastischer Wein! Die südliche Rhone ist derart vielfältig, dass mit Klassifikationen allein nicht zwingend ein klares Genussprofil verbunden ist. Dieser „einfache“ Cote du Rhone hat am Gaumen einen deutlichen Touch von Kirschen (Grenache) und eine angenehm, trinkanimierende Würze durch den Syrah. Carignan bietet im Nachhall dezente Lakritznoten. Bei allem dominiert die Würze oder auch Schärfe nicht, sondern ist mit einem Fruchteindruck verbunden. Ein trinkiger Wein mit einem langen Nachhall, der einen lange zweifeln lässt, welche Fruchtnoten noch dazu kommen. Zum Ende überwiegt der würzige Charakter, der Fruchtkomplex oder auch die „Frische“ geraten in den Hintergrund. Hier zeigt sich der Unterschied zu den „größeren“ Cote du Rhone sowie den „besseren“ Chateauneuf du Pape. Allerdings wird auch der geringer, wenn der Wein nach dem Öffnen noch einen Tag im Kühlschrank verbringt und dann im Glas „gewärmt“ genossen wird. Grandios, zumal für diesen Preis.

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