Die wichtigsten weißen Rebsorten im Überblick

0
Weiße Rebsorten im Vergleich mit drei Weingläsern

Für einen übersichtlichen Einstieg in weiße Rebsorten bieten sich zunächst Chardonnay, Riesling, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio beziehungsweise Pinot Gris an. Diese vier werden in der aktuellen WSET-Level-2-Spezifikation als principal grape varieties, also als zentrale Rebsorten, geführt. Daneben gehören zahlreiche regional bedeutende Sorten zum erweiterten Überblick.

Vier zentrale weiße Rebsorten

Chardonnay

Chardonnay wird in der WSET-Spezifikation mit einer großen Zahl von Herkunftsgebieten verbunden. Dazu zählen im Burgund unter anderem Chablis, Meursault und Pouilly-Fuissé sowie Gebiete in den USA, Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland. Für eine Vergleichsprobe ist deshalb nicht nur der Sortenname wichtig: Klima, Lesezeitpunkt, Gärung, Ausbaugefäß, biologischer Säureabbau, Hefekontakt und Flaschenreife können den Stil mitprägen.

Riesling

Bei Riesling nennt die Spezifikation unter anderem Mosel, Rheingau und Pfalz, außerdem Elsass sowie Clare Valley und Eden Valley in Australien. Auf deutschen Etiketten helfen Angaben wie trocken, halbtrocken oder Prädikatsbegriffe bei der Einordnung. Sie sollten gemeinsam mit Herkunft und Erzeuger gelesen werden.

Sauvignon Blanc

Für Sauvignon Blanc führt die Spezifikation beispielsweise Sancerre, Pouilly-Fumé und Touraine an der Loire, Bordeaux sowie Marlborough in Neuseeland auf. Wer die Sorte kennenlernen möchte, kann zwei dieser Herkünfte direkt vergleichen und dabei dieselben Kriterien für Farbe, Säure, Alkohol sowie Aromen und Geschmack verwenden.

Pinot Grigio und Pinot Gris

Pinot Grigio und Pinot Gris bezeichnen dieselbe Rebsorte, erscheinen aber in unterschiedlichen regionalen Zusammenhängen. Die WSET-Spezifikation nennt unter anderem Veneto, Delle Venezie und Friuli-Venezia Giulia in Italien sowie das Elsass. Auch hier erklärt der Name allein noch nicht den vollständigen Stil.

Regional bedeutende weiße Rebsorten

Zum erweiterten Lernfeld gehören Chenin Blanc, Sémillon, Viognier, Gewürztraminer, Verdicchio, Cortese, Garganega, Fiano, Albariño und Furmint. Sinnvoll wird diese Liste, wenn die Sorten mit konkreten Herkunftsgebieten verbunden werden:

  • Chenin Blanc mit Vouvray und dem Western Cape;
  • Sémillon mit Sauternes sowie Hunter Valley und Barossa Valley;
  • Viognier mit Condrieu und Gewürztraminer mit dem Elsass;
  • Verdicchio mit Verdicchio dei Castelli di Jesi, Cortese mit Gavi und Garganega mit Soave;
  • Fiano mit Fiano di Avellino, Albariño mit Rías Baixas und Furmint mit Tokaj.

Das ist keine Rangliste der weltweit „besten“ Sorten. Es ist ein praktikabler Überblick über zentrale und regional wichtige Namen, wie sie in einer systematischen Weinausbildung zusammen mit Herkunft, Stil und Qualität behandelt werden.

Wie unterscheiden sich Weine derselben Rebsorte?

Rebsorte und Herkunft gehören zusammen, erklären einen Wein aber nicht allein. Umwelt, Entscheidungen im Weinberg, Weinbereitung und Flaschenreife beeinflussen Stil und Qualität. Beim Vergleich sollten Sie deshalb dieselben Merkmale prüfen: Farbe, Süße beziehungsweise potenziellen Alkohol, Säure, Aromen und Geschmack.

Eine feste Verkostungsreihenfolge erleichtert den Vergleich. Der Beitrag Wie verkostet man Wein richtig? zeigt eine einfache Grundmethode. Wenn Sie zuerst Ihren eigenen Stil suchen, hilft der Ratgeber Weine für Einsteiger auswählen.

Weiße Rebsorten systematisch lernen

  1. Beginnen Sie mit einer der vier zentralen Sorten.
  2. Vergleichen Sie zwei Herkünfte oder zwei nachvollziehbar unterschiedliche Ausbauarten.
  3. Beschreiben Sie beide Weine nach denselben Kriterien.
  4. Ergänzen Sie erst danach eine regional bedeutende Sorte.

Im WSET Level 2 Award in Wines werden wichtige und regional bedeutende Rebsorten und Regionen gemeinsam mit den Einflüssen von Umwelt, Weinbau, Weinbereitung und Flaschenreife behandelt. Für einen privaten Einstieg genügt dieselbe Grundidee: wenige Sorten gezielt vergleichen und die Beobachtungen nachvollziehbar festhalten.

KEINE KOMMENTARE

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.