Ein Monastrell, zurecht in Parkers Gnaden!

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2012 CVA „Gordo“ (Rotwein, Yecla, Spanien)

Manchmal ist es gar nicht so einfach einen Wein zu recherchieren, der als Weinlakai-Empfehlung in Frage kommt. So habe ich in den letzten Wochen viele erfolgversprechende Kandidaten verkostet, doch entweder war der Wein einfach nicht gut genug oder mir fehlte das gewisse Extra. Als ich dann schon etwas ungeduldig wurde, kam plötzlich ein Wein um die Ecke, der alles wieder gut werden ließ: Der „Gordo“ stammt von der Compania de Vinos del Atlantico und ist ein echtes Powerhouse in Sachen Aroma und Struktur. Noch dazu wird er von dem empfohlenen Händler für geradezu lächerliche 7,99 EUR (zudem 11+1-/16+2-Pakete) angeboten. Anderswo wird fast der doppelte Preis aufgerufen. Deshalb ist mal wieder Schnelligkeit gefordert – meiner Prognose nach werden die 1.200 Flaschen sehr schnell ausverkauft sein (Update: Der Händler konnte glücklicherweise noch nachbestellen, da er sehr schnell bereits knapp 2.000 Fl. verkauft hatte).

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Gordo-700x2366Der „Gordo“  stammt von 45 Jahre alten Rebstöcken und besteht zu 70% aus Monastrell – in Frankreich als Mourvèdre und in Italien als Mataro bekannt.

Der Wein stammt aus dem DO-Bereich Yecla, ganz im Norden der südostspanischen Region Murcia. Die Rebstöcke für den Wein stehen in über 700 Metern Höhe und diese Lage sorgt für frische und sehr aromatische Weine, die eine vergleichsweise frühe Trinkreife haben.

Der karge, kalkhaltige Boden sorgt für ein langsames, man könnte auch sagen verzweifeltes Wachstum der Rebstöcke. Das Resultat sind Erträge von nur ca. 2 kg Trauben pro Rebe und Jahrgang. Diese kleinen Beeren verfügen über ein hohes „Schale-zu-Saft“-Verhältnis, das wiederum für große Konzentration und Komplexität im Wein sorgt. 

Der „Gordo“ beweist nachhaltig, dass diese Weinbau-Methodik nicht nur graue Theorie ist, sondern in Flaschen abgefüllte Praxis. Direkt nach dem Entkorken wirkt der Wein zwar noch etwas „neuholzig“ an der Nase, doch mit genügend Luftzufuhr trauen sich wunderschöne Fruchtaromen aus der Deckung. Mir hat die Flasche am zweiten Abend noch deutlich besser gefallen als am ersten. Nur muss man natürlich erst einmal den eindringlichen „Trinkimpuls“ in den Griff bekommen.

Nur 2.000 Kisten wurden von dem Wein produziert. Der Großteil davon wandert in die USA, so dass die vergleichsweise kleine Menge, die für den deutschen Markt bestimmt ist, sehr schnell vergriffen sein wird. Der unschlagbare Preis des empfohlenen Händlers sowie das 11+1- und 16+2-Paket lassen die einwöchige Wartezeit mehr als verschmerzen. Schnelles Zugreifen ist daher dringend angeraten.

Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Ab kommendem Wochenende werde ich auf der diesjährigen ProWein gezielt nach Weinen Ausschau halten, die für Weinlakai-Empfehlungen in Frage kommen und hoffe den einen oder anderen Geheimtipp „mitbringen“ zu können.

Weinberg
Über 40 Jahre alte Reben, auf geringen Ertrag getrimmt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2012 CVA „Gordo“ (Rotwein, Yecla, Spanien)

Auge: Undurchsichtiges Rubinrot.

Nase: Aroma von roten Früchte, allen voran Brombeeren sowie Anklänge von schwarzem Pfeffer und einer etwas rauchigen Note.

Gaumen: Sehr saftig und nun auch Aromen von Heidelbeeren und Kirschen. Im leicht süßlich anmutenden Abgang ein Anflug von Gewürznelken. Der lange Abgang wird von einem sich langsam aufbauenden Tannineindruck ergänzt. 

Sonstiges: Besteht zu 70% aus Monastrell (Mourvèdre) und 30% Cabernet Sauvignon. 14 % Alkohol. Bis mindestens 2017 zu genießen. Unbedingt dekantieren! Nur 2.000 Kisten Gesamtproduktion.

 

Meine Einkaufsempfehlung:

Weinkellerei Höchst

7,99 EUR/Fl.

11+1-Aktion: 87,89 EUR (7,32 EUR/Fl.)

16+2-Aktion: 127,84 EUR (7,10 EUR/Fl.)

(6,90 EUR Versandkosten, ab 150,01 EUR frei)

HINWEIS: Versand erfolgt erst am Freitag, den 20.03.15.

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Stand: 19.03.2015

 

 

6 Kommentare

  1. Sehr geehrter „Weinlakai“,

    meiner Wahrnehmung nach ist der Gordo ein Alltagswein, weniger etwas Spezielles. Der Preis ist nach meinen Recherchen wirklich gut bei Höchst; Lieferung klappte – wie gewohnt mit Höchst – einwandfrei. In der Preisklasse ist das schon ein guter Wein – aber ein Wein mit einem „gewissen Extra“? Für mein Geschmacksempfinden nicht! Dieser Wein wartet mit einem furiosen Auftakt auf, d.h. diese typisch würzigen Dunkelbeerenaromen von Monastrell sind beim Antrinken schon stark. Diese Aromen entwickeln sich aber nicht. Vielmehr verflüchtigen sie sich recht schnell. Danach ist lediglich ein diffuser Weingeschmack da. Zugespitzt meine ich, einen „Blender“ im Glas gehabt zu haben. Für das gleiche Geld oder ein wenig mehr leiste ich mir lieber den „Lasendal“ Garnatxa oder auch den „Chateau La Canorgue Rouge“ aus dem Luberon oder den „Petalos“ (im Sonderangebot; eine exzellente Empfehlung von Ihnen) . Ich räume allerdings ein, dass die Parkerbewertung schwer zu kritisieren ist, da Parker das (nicht klar definierte) Umfeld und die Region in die Bewertung einfließen lässt. Konsequenz ist, dass ein CdP mit 91 PP „der Himmel“ sein kann, 91 PP für ein Mentrida lediglich für gute Handwerksqualität stehen kann. Die eigenen Geschmackspräferenzen sind dabei noch nicht berücksichtigt (wie auch?).

    Der „Gordo“ lässt mich nach allem leicht kauffrustiert zurück…

    • Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar!

      Ich hatte den Wein gestern auch wieder im Glas und kann die Empfindungen zum Teil nachvollziehen. Aber natürlich nicht zu 100% :-)

      Haben Sie den Wein dekantiert? Denn es ist richtig, dass sich der Wein nach der anfänglichen Zugänglichkeit etwas verschließt. Allerdings kommt er nach einigen Stunden an der Luft wieder „zurück“.

      Insbesondere am Folgeabend war der Gordo für mich auf dem Punkt.

      Cheers

      Der Weinlakai

  2. Ich finde, der Gordo ist ein sehr guter Wein mit einem ebenso guten

    Preis/Leistungsverhältnis. Für mich eine gute Empfehlung.

  3. Ich bin noch hin und hergerissen wie ich dieser Wein einschätze. Beim Adria war ich ziemlich enttäuscht und nach dem ersten paar schluck Gordo hab ich gedacht dass mein Vorlieben nicht mehr die von Weinlakai entsprechen….allerding nach ein paar Stunden sah die Sache viel positiver aus. Daher meine Empfehlung ist auch den Gordo bissle Zeit und Luft lassen und wenn mann eine interessante „Alltagswein“ erwartet finde ich die Preisleistungsverhältnis bei diesem Tröpfchen stimmig.

  4. Moin zusammen,

    so richtig geschmeckt hat mir der Wein erst nach 2 Tagen, da war dann alles perfekt, aber ich will keine 2 Tage warten :-)

    Nach einigen Stunden war er mir immer noch zu sehr verschlossen. Das ist mein Eindruck.

    Schönes Osterfest an Tobias und alle Leser.

    Werner

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