Mit Bubbly blubbernd ins neue Jahr!

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2013 Markus Schneider „Bubbly“ Brut (Schaumwein, Pfalz, Deutschland)

Deutschland ist der größte Markt für Schaumweine weltweit. Über 400 Million Flaschen des „Sprudelwassers“ werden jährlich geköpft. So wundert es nicht, dass fast jeder deutsche Haushalt an Silvester traditionsschuldig eine Flasche Sekt öffnet. Der größte Teil der Bundesbürger beschafft sich diese „Anstoßhilfe“ im Supermarkt und gibt dafür noch nicht einmal vier Euro pro Flasche aus. Meist gekauft im Sonderangebot. Das Produkt mit dem Namen aus einem Gebrüder-Grimm-Märchen ist mit jährlich über 100 Million verkauften Flaschen unangefochtener Marktführer. Mache ich mit diesen Daten und Fakten Lust auf einen Schaumwein? Nein, wohl eher nicht. Denn auch wenn diese Massenprodukte „zum Nippen nebenher“ teils ganz akzeptabel sind – man will ja nicht immer den Wein-Snob raushängen lassen – wirklich Spaß machen sie nicht. Meist sind sie doch irgendwie sauer, nichts-sagend und zu schaumig. Schluss damit, denn es geht, wer hätte es nach diesem langen Intro gedacht, auch anders. Völlig anders. 

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bubblyDer 2013er „Bubbly“ ist der erste Schaumwein von Markus Schneider und für ihn geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Wein ist ganz in Champagner-Tradition aus weiß gekeltertem Spätburgunder (Pinot Noir) und Chardonnay entstanden – alle Trauben stammen aus hoch gelegenen Bergparzellen des Weingutes und wurden per Hand geerntet.

Bereits zweimal empfahl ich in der Vergangenheit Weine vom Pfälzer Markus Schneider – 2008 den „Ursprung“ und zuletzt 2012 den „Vet Rooi Olifant„, das Ergebnis einer Kooperation in Südafrika. Mit seiner beeindruckenden, teils recht ungewöhnlichen Weinkollektion ist der Mann aus der Pfalz immer noch ein echter Querkopf in der deutschen Weinszene. Und das bereits seit 20 Jahren.

Der trockene „Bubbly“ ist der Gegenentwurf zu den in Massen hergestellten Vertretern dieses perlenden Wein-Genres. Insbesondere durch zwei Merkmale überzeugte er mich: Der in Anlehnung an einen Champagner hergestellte Wein besticht durch die Kombination aus intensiven, tropischen Fruchtaromen und einer vornehmen Frische und Klarheit, durch die der „Bubbly“ niemals aufdringlich wirkt.

Nicht zuletzt der „zweigeteilte“ Herstellungsprozess ist aus meiner Sicht für dieses Ergebnis verantwortlich: Ein Teil der Trauben wird in Edelstahltanks vergoren, ein anderer Teil in großen Holzfässern. Der Stahl sorgt dabei für Klarheit und Frische, das Holz für mehr Aromatik, Vielschichtigkeit und eine gewisse „Saftigkeit“.

Und da ich mich eher als „Schaumwein-Muffel“ bezeichnen muss, war ich durch dieses Gesamtpaket positiv überrascht. Denn klassische Champagner sind mir aromatisch häufig zu unauffällig. Hefetöne und der typische Duft von Brioche dominieren in vielen Fällen und auch wenn jede Menge Kraft, Anmut und Eleganz in einem guten Champagner liegen kann, so fehlt mir oft eine schöne, vielschichtige Fruchtaromatik.

Diese Einschätzung basiert natürlich auf meiner begrenzten Erfahrung mit hochwertigem Champagner, aber eines weiß ich: Der „Bubbly“ ist genau mein Ding, denn er macht sofort Spaß und verhindert ganz von selbst zum lästig-notwendigen Beiwerk zur Silvesterfeier zu verkommen. Er ist weder zu simpel, noch zu anstrengend und insbesondere auf Basis des moderaten Preises ein absolutes Muss im Rahmen der Glas-an-Glas-klirrenden Neujahrswünsche.

Ich hoffe mit dieser Empfehlung den Jahresübergang noch schöner gestalten zu können und wünsche meinen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und ein erfolgreiches sowie gesundes Jahr 2015.


2013 Markus Schneider „Bubbly“ Brut (Schaumwein, Pfalz, Deutschland)

Auge: Leuchtendes Gold mit hellgrünen Reflexen und einem feinen Perlenspiel.

Nase: Zitrusfrüchte, Äpfel, Mango, Maracuja und weiße Pfirsiche sowie eine leichte Honignote.

Gaumen: Sehr klar und präzise mit wunderbarer Säure, die niemals aufdringlich wirkt. Vielschichtige Fruchtaromatik mit Noten von tropischen Früchten und Orangenschale. Die Kohlensäure ist schön eingebunden und sorgt für Lebendigkeit im aromatisch anhaltenden Abgang.

Sonstiges: Enthält 12% Alkohol. Besteht aus Chardonnay und Spätburgunder (Pinot Noir). 

 

Meine Einkaufsempfehlung:

C&D Weinhandelsgesellschaft

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Stand: 15.12.2014

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1 KOMMENTAR

  1. lieber weinlakei,

    welch schlechte Empfehlung – Geschmack nicht schlecht, aber prickeln, erfrischen, sollte er schon. beim trinken schlief ich ein und verschenkte die restlichen flaschen an „werdende mütter“. die beschenkten werden mich in schlechter Erinnerung behalten…..also: weiter üben herr schneider !

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